Europäische Perspektiven für einen nachhaltigen Schienengüterverkehr
Am 23. und 24. Oktober 2025 fand in Saarbrücken der 53. IBS-Kongress in Kooperation mit der IHK Saarland statt. Unter dem Leitmotiv „Saarland als potenzielle Drehscheibe“ standen Fragen der europäischen Zusammenarbeit, der Digitalisierung und der Weiterentwicklung intermodaler und multimodaler Logistikkonzepte im Mittelpunkt.
Chancen für das Saarland im europäischen Güterverkehr
Der erste Kongresstag widmete sich den Potenzialen des Saarlands als Standort für Nord-Süd- und Ost-West-Verkehre. Nach der Begrüßung durch Olaf Krüger (IBS) und Dr. Carsten Meier (IHK Saarland) gaben Fachvorträge von Dr. Carsten Peter (IHK Saarland), Dr. Nadine Artelt (SHS Logistics/Saarstahl) und Stefan Puhl (Puhl GmbH) Einblicke in aktuelle Entwicklungen, betriebliche Anforderungen und infrastrukturelle Perspektiven der Region.
In einer anschließenden Diskussionsrunde, moderiert von Olivier Genkin (IBS), diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von DB Cargo/Transa, Forwardis, Eurorail International, Rail Cargo Austria/Chemoil und CFL Multimodal über die Zukunft des europäischen Schienengüterverkehrs. Ein zentrales Ergebnis: Die Schiene hat Zukunft – durch Intermodalität, Digitalisierung und Automatisierung. Entscheidend seien wirtschaftlich tragfähige Modelle wie Wagengruppenkonzepte und multimodale Lösungen. Auch digitale Plattformen und die digitale automatische Kupplung (DAK) spielen hierbei eine Schlüsselrolle.
Den Abschluss des ersten Kongresstages bildete ein gemeinsames, traditionelles saarländisches Dinner im Ratskeller Saarbrücken.
Vorstandswahl und neue Impulse
Am zweiten Kongresstag fanden die Mitgliederversammlung und die Vorstandswahl des IBS statt. Der bisherige Vorstand – Olaf Krüger, Christian Ressenaar, Tiberiu Buzás, Olivier Genkin und Udo Sauerbrey – wurde einstimmig wiedergewählt.
Der neue Vorstand bestimmte Udo Sauerbrey zum Vorsitzenden.
Ein thematischer Schwerpunkt der Versammlung war die Integration nicht kranbarer Trailer in den kombinierten Verkehr – einem Marktsegment mit großem Wachstumspotenzial. Unter der Leitung von Tiberiu Buzás (IBS) präsentierten Roman Noack (Helrom), Vertreter von R2L und CargoBeamer sowie Olaf Krüger (IBS) innovative Ansätze für multimodale Transportlösungen.
Eine Studie von Railistics verdeutlichte, dass über 95 % der europäischen Trailer aktuell nicht kranbar sind – zugleich aber ein enormes Potenzial für den Schienengüterverkehr bieten. Diskutiert wurden Marktchancen durch horizontale Umschlagsysteme ebenso wie bestehende Herausforderungen. Der IBS kündigte an, Pilotprojekte zu unterstützen, den Ausbau geeigneter Terminals zu fördern und die Interessen dieser Systeme künftig stärker auf europäischer Ebene zu vertreten.
Digitalisierung als Schlüssel zur Zukunft
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Digitalisierung der Schienenlogistik.
Diskutiert wurden die Potenziale der digitalen automatischen Kupplung (DAK), datenbasierte Geschäftsentwicklung (Freight.Data.Now) sowie plattformgestütztes Kapazitätsmatching über den Rail-Flow Rail Capacity Broker.
Die Gespräche zeigten deutlich: Die Zukunft des Schienengüterverkehrs ist nachhaltig, vernetzt und datengetrieben.
Ausblick auf das Jubiläumsjahr
Zum Abschluss informierte der IBS-Vorstand über die geplanten Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen des Verbandes im kommenden Jahr.
Ein gemeinsames Mittagessen und eine Stadtführung durch die historischen Kasematten rundeten den Kongress in Saarbrücken ab.
Bilder von: IHK Saarland, IBS-Vorstand









































